Die häufigste Frage vor dem Kauf lautet: Combi 4 oder Combi 6? Hier steht bewusst kein Rechner, sondern eine Entscheidungshilfe – und die Begründung dafür gleich mit.
Warum hier keine Wattzahl ausgerechnet wird
Für den Wärmebedarf eines Wohnmobils kursieren Faustformeln, die sich um den Faktor drei unterscheiden. Für dasselbe Fahrzeug kommen je nach angesetztem Koeffizienten rund 1.800 oder rund 7.000 Watt heraus. Eine Zahl mit dieser Streuung sieht präzise aus und ist es nicht.
Truma selbst nennt in seinem eigenen Heizungsvergleich weder eine Formel noch eine Meter-Grenze, sondern ordnet die Combi 4 „kleineren und mittelgroßen“ und die Combi 6 „größeren“ Fahrzeugen zu. Wir geben das so wieder, statt eine Genauigkeit zu erfinden, die es nicht gibt.
Das ist das stärkste Kriterium, aber nicht in Metern messbar: Ein Kastenwagen mit 6 Metern hat weniger Volumen als ein Teilintegrierter mit 6 Metern, weil Alkoven und Aufbaubreite fehlen. Truma ordnet die Combi 4 „kleineren und mittelgroßen“, die Combi 6 „größeren“ Fahrzeugen zu – ohne Grenzwert zu nennen.
Der entscheidende Punkt. Eine Heizung, die im Frühjahr reicht, läuft bei Frost dauerhaft auf Vollast – das kostet Gas, macht Geräusch und hält die Temperatur trotzdem nicht. Wer wintercampt, nimmt eine Nummer größer, auch bei kleinerem Fahrzeug.
Die Combi-Reihe hat einen 10-Liter-Boiler integriert, die S-Reihe heizt nur Luft. Wer Warmwasser will und eine S-Heizung hat, braucht einen separaten Boiler – dann ist die Combi meist die günstigere Gesamtlösung.
Die Combi D 6 nimmt Diesel aus dem Fahrzeugtank. Das spart Gasflaschen und ist bei langen Wintertouren praktisch, dafür ist sie im Betrieb hörbarer und in der Anschaffung teurer. Bei überwiegend Kurztrips mit Landstrom wiegt der Vorteil selten auf.
Dann lohnt die E-Variante. Sie schaltet elektrische Heizstäbe mit 900 oder 1.800 W zu und kann im Mischbetrieb laufen. Auf dem Stellplatz mit Strom heizt sie damit ohne Gasverbrauch – frei stehend bringt sie nichts.
Herstellerangaben aus den technischen Daten der jeweiligen Komponentenseite.
| Modell | Heizleistung | Gasverbrauch | Warmwasser |
|---|---|---|---|
| Truma Combi 4 (E) | 2.000 / 3.000 / 4.000 | 160 – 320 | 10 |
| Truma Combi 6 (E) | 2.000 / 4.000 / 6.000 | 160 – 480 | 10 |
| Truma S 3004 | 1.500 / 3.000 | 30 – 280 | Nein (nur Warmluft) |
| Truma S 5004 | 1.500 / 3.000 / 5.000 | 60 – 480 | Nein (nur Warmluft) |
Für Alde Compact 3020 HE, Truma Combi D 6 (E), Truma S 2200, Truma VarioHeat eco/comfort liegen uns noch keine geprüften technischen Daten vor – deshalb stehen sie hier nicht in der Tabelle.
Im Zweifel die größere
Kursierende Faustformeln liefern für dasselbe Fahrzeug Ergebnisse zwischen etwa 1.800 und 7.000 Watt, je nach angesetztem Koeffizienten – das ist zu ungenau für eine Kaufentscheidung. Truma selbst nennt in seinem Heizungsvergleich bewusst keine Formel und keine Meter-Grenze, sondern ordnet die Modelle qualitativ zu. Deshalb steht hier eine Entscheidungshilfe und kein Rechner.
Wenn du überwiegend von Frühjahr bis Herbst unterwegs bist und ein kompaktes Fahrzeug hast, reicht die Combi 4. Sobald Wintercamping, Alkoven oder ein Fahrzeug ab etwa sieben Metern dazukommen, ist die Combi 6 die sichere Wahl. Im Zweifel die größere: Eine überdimensionierte Heizung läuft in niedrigerer Stufe, eine unterdimensionierte dauerhaft am Anschlag.
Auf der höchsten Stufe ja – 480 gegenüber 320 Gramm pro Stunde. Im Teillastbetrieb liegen beide bei 160 g/h, und genau dort läuft eine richtig dimensionierte Heizung die meiste Zeit. Eine zu kleine Heizung auf Vollast kann am Ende mehr verbrauchen als eine größere in der mittleren Stufe.
Technisch ja, praktisch aufwendig: Einbaumaß, Kaminposition, Warmluftrohre und Gasanschluss müssen passen. Der Einbau und der Anschluss an die Gasanlage gehören in einen Fachbetrieb, und danach ist eine Prüfung nach G 607 fällig.