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Ersatzteile für Wohnmobil und Wohnwagen – mit Original-Artikelnummer, damit du vor dem Kauf prüfen kannst, ob das Teil passt.

Alle Angaben ohne Gewähr · Typenschild am Gerät prüfen · Gasarbeiten nur durch Fachbetriebe!

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Die Gasflasche im Wohnmobil

Größe, Gasart, Anschluss, Fristen – vier Fragen, die vor der ersten Fahrt geklärt sein sollten und danach jahrelang keine mehr sind. Diese Seite beantwortet sie in dieser Reihenfolge.

Die kurze Antwort

Zwei 11-kg-Propanflaschen im Gaskasten, angeschlossen über einen 30-mbar-Regler mit Schlauchbruchsicherung, Flaschenventil mit Linksgewinde. Butan nur im Sommer und nur im Ausland. Schlauch und Regler nach zehn Jahren tauschen, Anlage alle zwei Jahre prüfen lassen.

Welche Größe passt in den Gaskasten?

Entscheidend ist nicht das Füllgewicht, sondern die Höhe: Der Gaskasten hat einen Deckel, und die Flasche muss mit aufgesetztem Regler darunter passen. Miss vor dem Kauf die Innenhöhe, nicht die Öffnung.

FlascheHöheØGewicht vollWofür
5 kg Stahlca. 50 cmca. 24 cmca. 13 kgKompakte Camper, Wochenendtouren, wer die Flasche allein heben muss
11 kg Stahl57–60 cmca. 30 cm21–24 kgDer Normalfall im Wohnmobil – langes Intervall, überall zu tauschen
11 kg Composite / Aluwie Stahlwie Stahlca. 16–17 kgWer Gewicht sparen will – rund 6 kg leichter, dafür teurer
2,75 kg Campingaz 907ca. 40 cmca. 26 cmca. 8 kgReisen nach Frankreich, Spanien, Italien – dort flächendeckend tauschbar
33 kg Stahlca. 130 cmca. 37 cmca. 68 kgDauerstandplatz und Haus – nicht für die Fahrt

Maße und Gewichte sind Herstellerangaben und streuen je nach Fabrikat und Baujahr – besonders das Leergewicht der Stahlflaschen.

Propan oder Butan?

Der Unterschied ist keine Geschmacksfrage, sondern Physik. Propan siedet bei −42 °C und bleibt damit auch bei Frost gasförmig. Butan siedet knapp unter 0 °C: Sobald es draußen kalt wird, verdampft es nicht mehr richtig. Die Flasche wiegt schwer, der Druck fehlt, die Heizung geht aus – und wer nicht weiß, woran es liegt, sucht den Fehler im Gerät.

Deutsche Camping-Flaschen sind deshalb Propanflaschen oder propanreiche Gemische. Butan trifft man hauptsächlich in den blauen Campingaz-Flaschen, die im Süden Europas an jeder Tankstelle stehen. Für zwei Sommerwochen an der Adria ist das in Ordnung. Für die Alpenüberquerung im Februar nicht.

Volle Flasche, keine Heizung

Wenn im Winter mitten in der Nacht die Heizung ausgeht und die Flasche sich noch schwer anfühlt, sind zwei Ursachen wahrscheinlich: Butan in der Flasche – oder ein vereister Gasdruckregler. Beides hat nichts mit dem Gerät zu tun.

Gasflasche anschließen – Schritt für Schritt

Das Wechseln und Anschließen einer Flasche ist Bedienung und darf von jedem gemacht werden. Alles, was mit Werkzeug an Regler oder Leitung geht, gehört in den Fachbetrieb.

  1. 1. Alle Gasgeräte ausschalten. Heizung, Kühlschrank, Herd. Nicht in der Nähe rauchen, und im Zweifel den Kühlschrank vor der Fahrt sowieso auf 12 V oder aus stellen.
  2. 2. Flaschenventil zudrehen und den Hochdruckschlauch mit dem Schlüssel lösen – Linksgewinde. Das Anschlussgewinde deutscher Propanflaschen ist W 21,8 × 1/14" LH: Zum Lösen drehst du im Uhrzeigersinn, zum Festziehen gegen den Uhrzeigersinn. Wer das nicht weiß, zieht die Verschraubung beim „Lösen“ fest.
  3. 3. Neue Flasche stellen und sichern. Die Halterung im Gaskasten ist keine Zierde. Eine 24 kg schwere Flasche, die sich bei einer Vollbremsung löst, ist ein Geschoss.
  4. 4. Anschluss verschrauben. Die Dichtung sitzt im Anschluss, nicht auf dem Gewinde – hier gehört kein Hanf und kein Dichtband hin. Handfest plus eine Schlüsseldrehung reicht; zu fest verformt die Dichtung.
  5. 5. Dichtheit prüfen. Ventil langsam öffnen, Anschluss mit Lecksuchspray einsprühen. Blasenbildung heißt: sofort schließen und nicht weiterprobieren. Viele Anlagen haben zusätzlich eine Dichtheitskontrolle in der Bedieneinheit.
  6. 6. Erstes Gerät starten. Nach einem Flaschenwechsel ist Luft in der Leitung. Der Herd zündet oft erst nach ein paar Sekunden, die Heizung braucht unter Umständen einen zweiten Startversuch – das ist normal und kein Defekt.

Regler: 30 mbar, fest eingestellt, mit Schlauchbruchsicherung

Im Fahrzeug ist der Regler fest an der Wand montiert und über einen Hochdruckschlauch mit der Flasche verbunden – nicht direkt aufgeschraubt wie beim Gasgrill. Verstellbare Regler haben im Wohnmobil nichts zu suchen. Zwei Flaschen lassen sich über eine Umschaltanlage verbinden, die automatisch auf die volle Flasche wechselt, wenn die erste leer ist:

  • Truma MonoControl CS – eine Flasche, mit Crashsensor für den Betrieb während der Fahrt
  • Truma DuoControl CS – zwei Flaschen, automatische Umschaltung, Anzeige am Regler
  • Truma Eis-Ex – beheizte Kappe gegen den vereisenden Regler im Winter
  • Truma LevelControl – Füllstand der Flasche messen, statt sie anzuheben

Ein Gasfilter zwischen Flasche und Regler hält Öldämpfe zurück, die aus schlecht gefülltem Flüssiggas stammen und Regler wie Geräte verkleben. Der Filtereinsatz ist ein Verschleißteil und darf selbst gewechselt werden.

Fristen: Was wann ablaufen kann

Die häufigste Überraschung bei der Gasprüfung ist kein Leck, sondern ein abgelaufenes Bauteil. Maßgeblich ist überall das aufgedruckte Herstelldatum, nicht der Einbau.

BauteilFristgerechnet abAnmerkung
Gasschlauch (Hoch- und Mitteldruck)10 JahreHerstelldatum auf dem SchlauchNicht Einbaudatum, nicht Kaufdatum – der Aufdruck zählt.
Gasdruckregler10 JahreHerstelldatum am ReglerWird bei der Gasprüfung mit Ablaufdatum ins Protokoll geschrieben.
Prüfung der Gasanlage (G 607)alle 2 Jahreletzter PrüfungNur ein Sachkundiger darf prüfen. Bei der Hauptuntersuchung wird gefragt.
Stahlflasche selbst10 Jahreeingeprägtem Prüfdatum am FlaschenkragenNur bei grauen Eigentumsflaschen dein Thema. Bei roten Pfandflaschen kümmert sich der Lieferant.

Was bei der Prüfung genau passiert, was sie kostet und wer sie machen darf, steht im Ratgeber zur Gasprüfung.

Graue oder rote Flasche?

Die graue Eigentumsflasche kaufst du einmal, danach gehört sie dir. Du kannst sie bei praktisch jedem Händler 1:1 gegen eine volle tauschen oder – wo es angeboten wird – direkt befüllen lassen, auch im Ausland. Beim Tausch bekommst du automatisch eine geprüfte Flasche zurück; die Prüfkosten stecken im Füllpreis.

Die rote Pfandflasche gehört dem Lieferanten. Das Füllen ist oft günstiger und um die Prüfung musst du dich nicht kümmern – dafür bist du an dessen Vertriebsnetz gebunden. Für Reisende ist die graue Flasche in der Regel die praktischere Wahl, für den festen Standplatz die rote.

Wiederbefüllbare Gasflasche oder fester Gastank?

Wer viel im Ausland unterwegs ist, kennt das Problem: Jedes Land hat eigene Flaschen und eigene Anschlüsse. Dagegen gibt es zwei Lösungen, die beide an der Tankstelle befüllt werden statt beim Händler getauscht.

Die wiederbefüllbare Gasflasche – auch Gastankflasche genannt – sieht aus wie eine normale Flasche, steht im Gaskasten und hat ein zusätzliches Füllventil mit Überfüllsicherung. Sie wird an der Autogas-Zapfsäule betankt und braucht dafür je nach Land einen Adapter. Ein fester Gastank wird unter dem Fahrzeug montiert, gibt den Gaskasten frei und fasst mehr, kostet aber Einbau und ist bei der Gasprüfung ein eigenes Thema.

Nicht jede Flasche darf betankt werden

Eine normale Propanflasche an der Zapfsäule zu füllen ist verboten und gefährlich – ihr fehlt die Füllstandsbegrenzung. Nur ausdrücklich als wiederbefüllbar zugelassene Flaschen mit Multiventil sind dafür gebaut, und der Einbau ins Fahrzeug gehört wie jede Änderung an der Gasanlage in einen zertifizierten Betrieb.

Wie lange hält eine Flasche?

Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, weil fast der gesamte Verbrauch an der Heizung hängt. Kochen und Warmwasser fallen daneben kaum ins Gewicht. Im Sommer kommen viele Fahrzeuge mit einer 11-kg-Flasche wochenlang aus; bei Dauerheizbetrieb im Winter kann dieselbe Flasche nach wenigen Tagen leer sein.

Sinnvoller als eine Faustregel ist die Rechnung mit den Verbrauchswerten der eigenen Heizung – der Gasverbrauchs-Rechner nimmt genau die als Grundlage. Wer im Winter unterwegs ist, findet die weiteren Vorbereitungen im Wintercamping-Ratgeber.

Häufige Fragen

Propan oder Butan im Wohnmobil – was ist richtig?

Propan, ganzjährig. Propan bleibt bis −42 °C gasförmig, Butan hört schon knapp unter 0 °C auf zu verdampfen: Die Flasche ist dann voll, aber es kommt nichts mehr an. Deutsche Camping-Flaschen enthalten deshalb Propan oder ein propanreiches Gemisch. Butan begegnet dir vor allem in blauen Campingaz-Flaschen im Süden – für den Sommer in Ordnung, für Wintercamping nicht.

Darf ich die Gasflasche selbst anschließen?

Ja. Flasche wechseln und anschließen ist Bedienung, keine Arbeit an der Anlage – das darf jeder. Was in den Fachbetrieb gehört: Regler tauschen, Schläuche erneuern, Leitungen ändern. Diese Arbeiten unterliegen der Prüfung nach G 607 und werden im Protokoll dokumentiert.

Wie lange hält eine 11-kg-Flasche im Wohnmobil?

Das hängt fast nur an der Heizung. Im Sommer mit Kochen und Warmwasser kommen viele Gespanne mit 11 kg mehrere Wochen aus. Im Winter bei Dauerheizbetrieb kann dieselbe Flasche in vier bis sechs Tagen leer sein. Rechne es mit den tatsächlichen Verbrauchswerten deiner Heizung durch, statt zu schätzen.

Graue oder rote Flasche – was ist besser fürs Wohnmobil?

Graue Eigentumsflaschen gehören dir und lassen sich bei fast jedem Händler tauschen oder befüllen, auch im Ausland. Rote Pfandflaschen sind an den Lieferanten gebunden, dafür ist die Prüfung dessen Sache. Für Reisende ist die graue Flasche meist die flexiblere Wahl – beim Tausch bekommst du ohnehin eine geprüfte Flasche zurück.

Warum vereist der Gasdruckregler im Winter?

Bei hoher Entnahme – Heizung plus Kochen bei Minusgraden – kühlt der Regler durch die Entspannung des Gases so weit ab, dass Luftfeuchtigkeit daran gefriert und die Gaszufuhr abschnürt. Dagegen gibt es eine beheizte Reglerkappe, die auf den Regler gesteckt und an 12 V angeschlossen wird.

Weiter zu

  • Gasprüfung – Ablauf, Kosten und was geprüft wird
  • Gasfilter wechseln – in zehn Minuten selbst gemacht
  • Gasverbrauchs-Rechner – wie lange die Flasche reicht
  • Wartungsplan – welche Teile wann fällig sind