Größe, Gasart, Anschluss, Fristen – vier Fragen, die vor der ersten Fahrt geklärt sein sollten und danach jahrelang keine mehr sind. Diese Seite beantwortet sie in dieser Reihenfolge.
Die kurze Antwort
Entscheidend ist nicht das Füllgewicht, sondern die Höhe: Der Gaskasten hat einen Deckel, und die Flasche muss mit aufgesetztem Regler darunter passen. Miss vor dem Kauf die Innenhöhe, nicht die Öffnung.
| Flasche | Höhe | Ø | Gewicht voll | Wofür |
|---|---|---|---|---|
| 5 kg Stahl | ca. 50 cm | ca. 24 cm | ca. 13 kg | Kompakte Camper, Wochenendtouren, wer die Flasche allein heben muss |
| 11 kg Stahl | 57–60 cm | ca. 30 cm | 21–24 kg | Der Normalfall im Wohnmobil – langes Intervall, überall zu tauschen |
| 11 kg Composite / Alu | wie Stahl | wie Stahl | ca. 16–17 kg | Wer Gewicht sparen will – rund 6 kg leichter, dafür teurer |
| 2,75 kg Campingaz 907 | ca. 40 cm | ca. 26 cm | ca. 8 kg | Reisen nach Frankreich, Spanien, Italien – dort flächendeckend tauschbar |
| 33 kg Stahl | ca. 130 cm | ca. 37 cm | ca. 68 kg | Dauerstandplatz und Haus – nicht für die Fahrt |
Maße und Gewichte sind Herstellerangaben und streuen je nach Fabrikat und Baujahr – besonders das Leergewicht der Stahlflaschen.
Der Unterschied ist keine Geschmacksfrage, sondern Physik. Propan siedet bei −42 °C und bleibt damit auch bei Frost gasförmig. Butan siedet knapp unter 0 °C: Sobald es draußen kalt wird, verdampft es nicht mehr richtig. Die Flasche wiegt schwer, der Druck fehlt, die Heizung geht aus – und wer nicht weiß, woran es liegt, sucht den Fehler im Gerät.
Deutsche Camping-Flaschen sind deshalb Propanflaschen oder propanreiche Gemische. Butan trifft man hauptsächlich in den blauen Campingaz-Flaschen, die im Süden Europas an jeder Tankstelle stehen. Für zwei Sommerwochen an der Adria ist das in Ordnung. Für die Alpenüberquerung im Februar nicht.
Volle Flasche, keine Heizung
Das Wechseln und Anschließen einer Flasche ist Bedienung und darf von jedem gemacht werden. Alles, was mit Werkzeug an Regler oder Leitung geht, gehört in den Fachbetrieb.
Im Fahrzeug ist der Regler fest an der Wand montiert und über einen Hochdruckschlauch mit der Flasche verbunden – nicht direkt aufgeschraubt wie beim Gasgrill. Verstellbare Regler haben im Wohnmobil nichts zu suchen. Zwei Flaschen lassen sich über eine Umschaltanlage verbinden, die automatisch auf die volle Flasche wechselt, wenn die erste leer ist:
Ein Gasfilter zwischen Flasche und Regler hält Öldämpfe zurück, die aus schlecht gefülltem Flüssiggas stammen und Regler wie Geräte verkleben. Der Filtereinsatz ist ein Verschleißteil und darf selbst gewechselt werden.
Die häufigste Überraschung bei der Gasprüfung ist kein Leck, sondern ein abgelaufenes Bauteil. Maßgeblich ist überall das aufgedruckte Herstelldatum, nicht der Einbau.
| Bauteil | Frist | gerechnet ab | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Gasschlauch (Hoch- und Mitteldruck) | 10 Jahre | Herstelldatum auf dem Schlauch | Nicht Einbaudatum, nicht Kaufdatum – der Aufdruck zählt. |
| Gasdruckregler | 10 Jahre | Herstelldatum am Regler | Wird bei der Gasprüfung mit Ablaufdatum ins Protokoll geschrieben. |
| Prüfung der Gasanlage (G 607) | alle 2 Jahre | letzter Prüfung | Nur ein Sachkundiger darf prüfen. Bei der Hauptuntersuchung wird gefragt. |
| Stahlflasche selbst | 10 Jahre | eingeprägtem Prüfdatum am Flaschenkragen | Nur bei grauen Eigentumsflaschen dein Thema. Bei roten Pfandflaschen kümmert sich der Lieferant. |
Was bei der Prüfung genau passiert, was sie kostet und wer sie machen darf, steht im Ratgeber zur Gasprüfung.
Die graue Eigentumsflasche kaufst du einmal, danach gehört sie dir. Du kannst sie bei praktisch jedem Händler 1:1 gegen eine volle tauschen oder – wo es angeboten wird – direkt befüllen lassen, auch im Ausland. Beim Tausch bekommst du automatisch eine geprüfte Flasche zurück; die Prüfkosten stecken im Füllpreis.
Die rote Pfandflasche gehört dem Lieferanten. Das Füllen ist oft günstiger und um die Prüfung musst du dich nicht kümmern – dafür bist du an dessen Vertriebsnetz gebunden. Für Reisende ist die graue Flasche in der Regel die praktischere Wahl, für den festen Standplatz die rote.
Wer viel im Ausland unterwegs ist, kennt das Problem: Jedes Land hat eigene Flaschen und eigene Anschlüsse. Dagegen gibt es zwei Lösungen, die beide an der Tankstelle befüllt werden statt beim Händler getauscht.
Die wiederbefüllbare Gasflasche – auch Gastankflasche genannt – sieht aus wie eine normale Flasche, steht im Gaskasten und hat ein zusätzliches Füllventil mit Überfüllsicherung. Sie wird an der Autogas-Zapfsäule betankt und braucht dafür je nach Land einen Adapter. Ein fester Gastank wird unter dem Fahrzeug montiert, gibt den Gaskasten frei und fasst mehr, kostet aber Einbau und ist bei der Gasprüfung ein eigenes Thema.
Nicht jede Flasche darf betankt werden
Die Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, weil fast der gesamte Verbrauch an der Heizung hängt. Kochen und Warmwasser fallen daneben kaum ins Gewicht. Im Sommer kommen viele Fahrzeuge mit einer 11-kg-Flasche wochenlang aus; bei Dauerheizbetrieb im Winter kann dieselbe Flasche nach wenigen Tagen leer sein.
Sinnvoller als eine Faustregel ist die Rechnung mit den Verbrauchswerten der eigenen Heizung – der Gasverbrauchs-Rechner nimmt genau die als Grundlage. Wer im Winter unterwegs ist, findet die weiteren Vorbereitungen im Wintercamping-Ratgeber.
Propan, ganzjährig. Propan bleibt bis −42 °C gasförmig, Butan hört schon knapp unter 0 °C auf zu verdampfen: Die Flasche ist dann voll, aber es kommt nichts mehr an. Deutsche Camping-Flaschen enthalten deshalb Propan oder ein propanreiches Gemisch. Butan begegnet dir vor allem in blauen Campingaz-Flaschen im Süden – für den Sommer in Ordnung, für Wintercamping nicht.
Ja. Flasche wechseln und anschließen ist Bedienung, keine Arbeit an der Anlage – das darf jeder. Was in den Fachbetrieb gehört: Regler tauschen, Schläuche erneuern, Leitungen ändern. Diese Arbeiten unterliegen der Prüfung nach G 607 und werden im Protokoll dokumentiert.
Das hängt fast nur an der Heizung. Im Sommer mit Kochen und Warmwasser kommen viele Gespanne mit 11 kg mehrere Wochen aus. Im Winter bei Dauerheizbetrieb kann dieselbe Flasche in vier bis sechs Tagen leer sein. Rechne es mit den tatsächlichen Verbrauchswerten deiner Heizung durch, statt zu schätzen.
Graue Eigentumsflaschen gehören dir und lassen sich bei fast jedem Händler tauschen oder befüllen, auch im Ausland. Rote Pfandflaschen sind an den Lieferanten gebunden, dafür ist die Prüfung dessen Sache. Für Reisende ist die graue Flasche meist die flexiblere Wahl – beim Tausch bekommst du ohnehin eine geprüfte Flasche zurück.
Bei hoher Entnahme – Heizung plus Kochen bei Minusgraden – kühlt der Regler durch die Entspannung des Gases so weit ab, dass Luftfeuchtigkeit daran gefriert und die Gaszufuhr abschnürt. Dagegen gibt es eine beheizte Reglerkappe, die auf den Regler gesteckt und an 12 V angeschlossen wird.